Was versteht man unter Retargeting?

Retargeting oder Re-Targeting bzw. Google Remarketing genannt, beschreibt eine Möglichkeit im Online Marketing, Webseitenbesucher nach Verlassen der Website weiter mit Werbemitteln anzusprechen. Das Ziel einer Retargeting Kampagne ist, die Conversion der Website zu erhöhen, da der User bereits einen Kontakt mit Ihrem Unternehmen hatte.

Wie funktioniert Retargeting?

Durch einen eingebundenen Pixel auf der Website, wird beim Besuch dieser ein Cookie auf dem Rechner des Users gespeichert. Beim Besuch des Users einer anderen Website, die im selben Werbenetzwerk aktiv ist, kann der Werbetreibende somit seine Werbebanner gezielt auf diesen User wieder ausspielen. Dies kann auch passend zur Aktion des Nutzers auf der eigenen Website angepasst werden, d.h.:

  • Produkte die angesehen wurden, aber nicht gekauft, werden als Banner eingeblendet
  • eine Dienstleistung einer Webseite wurde betrachtet
  • eine Kategorie in einem Onlineshop besucht
  • ein Whitepaper heruntergeladen
  • an einer Umfrage teilgenommen
  • Download einer Datei abgegebrochen
  • u.v.m.

Hinweis: Bitte beachten Sie beim Einsatz von Retargeting die DSGVO

Retargeting Kampagne erstellen

  1. Bestimmen Sie die Zielgruppe, die Sie mit Ihrer Kampagne erreichen möchten. Dies können Nutzer sein, die Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung nur angesehen haben oder evtl. bereits in den Einkaufswagen gelegt haben, jedoch den Kauf abgebrochen haben. Weiterhin kann eine Kampagne auch auf bereits bestehende Käufer ausgerichtet sein, um diese wieder auf eine Aktion aufmerksam zu machen.
  2. Halten Sie die Frequenz der Aussteuerung Ihrer Werbeanzeigen im Auge. Ist diese zu niedrig, erreichen Sie evtl. nicht die Aufmerksamkeit, ist diese zu hoch, so fühlen sich die Konsumenten ggf. von Ihrer Anzeige genervt.
  3. Durch einen Burn-Pixel können Sie Konsumenten, die bereits den Kauf eines Produktes getätigt haben, ausschließen. Sie vermeiden dadurch Streuverluste, da ein Konsument nur mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit dasselbe Produkt erneut bestellen wird.
  4. Mittels GEO-Targeting können Sie die Region Ihrer Zielgruppe definieren.
  5. Setzen Sie überzeugende Werbemittel ein, die eine klare Call To Action besitzen.

Welche Werbeplattformen bieten Retargeting an?

Es wird hierbei unterschieden zwischen den Plattformen und deren Reichweite, als auch Dienstleister, die eigene Netzwerke unter Vertrag haben. Bekannte Plattformen sind:

  • Google ADs und das damit verbundene Display Netzwerk
  • Facebook ADs
  • Pinterest ADs
  • Twitter ADs
  • Xing ADs
  • Linkedin ADs
  • u.v.m.

Weiterhin sind Retargeting-Dienstleister wie Criteo, Addition oder Adroll auf das Retargeting von Nutzern spezialisiert.

Retargeting auf Facebook

Mittels Einbindung des Facebook Pixels lassen sich, nach Erzielen von mindestens 20 Personas, Retargeting Anzeigen ausspielen. Der Pixel wird einfach im <head> Bereich der Website eingebunden. Beachten Sie hierzu bitte die DSGVO! Mittels einer Custom Audience, die bis zu 180 Tage Gültigkeit haben kann, können Sie Ihre Zielgruppen definieren. Mittels einer Lookalike Audience können Sie bei ausreichend erfassten Nutzern auch passende „Zwillinge“ im Werbenetzwerk von Facebook erreichen. Dies kann unter Umständen Ihre Conversion nochmals deutlich erhöhen.

Remarketing bei Google

Google arbeitet mit Remarketing Listen. Hierzu lassen sich beispielsweise Listen anlegen, von Nutzer, die ein Produkt angesehen aber nicht in den Warenkorb gelegt haben. Die User können innerhalb des Google Suchnetzwerks, aber auch z.b. im Display Netzwerk, verfolgt werden. Auch das Ausliefern von Anzeigen auf eine Kundenliste ist eine Möglichkeit die Google mittels Remarketing bietet.

Vorteile von Retargeting

Werbekampagnen können sehr genau auf Nutzer ausgerichtet werden, um Streuverluste zu vermeiden. Durch den Besuch Ihrer Website, Ihres Onlineshops und dem damit verbundenen Produkt oder der Dienstleistung ist der Kunde an diesem ggf. interessiert, was zu einer höheren Conversion führt. Die Kosten für eine Retargeting Kampagne liegen meist deutlich unter der einer Display Anzeige und lassen von einer höheren Click Through Rate (CTR) ausgehen. Der geschickte Einsatz von Retargeting erhöht auch die Bekanntheit Ihrer Marke.

Nachteil von Retargeting

Stetige Werbung in hoher Frequenz kann dazu führen, dass sich der User belästigt fühlt. Dies kann zu einem negativen Effekt in der Wahrnehmung Ihrer Marke führen. Auch der Einsatz von Retargeting ist aus Sicht der Datenschützer umstritten, daher beachten Sie beim Einsatz dringend die DSGVO und Cookie-Richtlinien! Durch den Einsatz von sogenannten Adblockern, die laut Untersuchung des Online Vermarkter Kreises (OVK) bei 23,4 Prozent liegt, erreichen Sie auch eine Zielgruppe nicht.

Fazit

Im Online Marketing ist die Möglichkeit des Remarketings nicht mehr wegzudenken. Nutzer, die ein Produkt, einen Artikel oder eine Dienstleistung Ihrer Website besucht haben, können mittels Cookies identifiziert und verfolgt werden. Da das Interesse des Users an Ihrem Angebot vorhanden ist, ist die Werbung auf diese Zielgruppe zielgerichtet. Auch eine geschickte Marketing Aktion kann z.b. das Bereitstellen einer Branchenstudie sein, um den User daraufhin zu „verfolgen“. Beachten Sie jedoch unbedingt die DSGVO als auch die Frequenz der Ausspielung Ihrer Anzeigen!

Facebook weitet Werbenetzwerk aus: https://www.zdnet.de/88270541/facebook-weitet-werbenetzwerk-auf-nicht-mitglieder-aus/

Was ist das Google Werbenetzwerk: https://www.youtube.com/watch?v=kgtNKBwQ6kY