Was ist die Sitzungsdauer?

Um sich mit der Metrik „Sitzungsdauer“ in Google Analytics auseinanderzusetzen, müssen Sie erst verstehen was eine Sitzung darstellt. Grob dargestellt, beschreibt eine Sitzung den Aufenthalt eines Users auf Ihrer Website, ohne dass er diese verlässt oder eine Zeit inaktiv war.

Sitzungsdauer in einem Video erklärt


In diesem Video erklären wir die Sitzungsdauer

Beispiele, wie Sitzungen gezählt werden:

  • Ein User gelangt auf Ihre Webseite, klickt sich durch diese und überfliegt deren Inhalte. Er verlässt daraufhin wieder die Homepage – dies würde einer Sitzung entsprechen.
  • Besucht ein User die Seite und ist jedoch länger als 30 Minuten inaktiv, setzt dann seinen Besuch fort, so werden zwei Sitzungen gezählt. Heißt: Eine Sitzung ist mit mehr als 30 Minuten Inaktivität beendet.
  • Ein User gelangt auf Ihre Website, verlässt diese und ruft sie mittels der URL erneut auf, so wird eine Sitzung gezählt.
  • Ein User kommt über einen Traffic-Kanal wie Facebook auf Ihre Seite, verlässt diese, googelt erneut nach Ihnen und kommt auf die Seite, so handelt es sich um zwei Sitzungen.

Ein Nutzer kann somit mehrere Sitzungen erzeugen, gerade bei Websites die mehrfach an einem Tag aufgerufen werden. Sitzungen sind also mindestens so viele wie Nutzer, bei hoher Wiederkehr entsprechend um ein vielfaches höher.

Definition „durchschnittliche Sitzungsdauer“

Die Dauer einer einzelnen Sitzung wird unterschiedlich berechnet, je nachdem, ob auf der letzten Seite der Sitzung Interaktionen erzielt wurden. (Quelle: Google)

Das heißt, dass eine korrekte Aufzeichnung nur dann erfolgen kann, sofern der Nutzer mit Ihrer Website interagiert. Gerade bei Newsportalen, Blogs oder Fachartikeln scrollt der User durch die Seite und erzeugt dadurch keine Interaktion mit dieser. Gerade beim Einsatz von WordPress empfiehlt sich das Plugin WP Scroll Depth, das nach frei definierbaren Zeiträumen eine Interaktion (ein Event) auslöst und somit der Sitzungsdauer nahe kommt. Die einfachste Möglichkeit ist, ein Event, das jede Sekunde ein Event an Google sendet. So verhindern Sie eine Sitzungsdauer von 0 Sekunden in Ihrer Statistik, sollte beispielsweise ein User, der über Google auf Ihre Seite kommt, den Artikel lesen und die Seite wiederum verlassen.

Wo finden Sie die Sitzungsdauer in Analytics?

Im Bereich Zielgruppe → Übersicht, sehen Sie auf den ersten Blick die durchschnittliche Sitzungsdauer im eingestellten Zeitraum.

Für die Sitzungsdauer einer einzelnen URL rufen Sie „Durchschnittliche Besuchsdauer auf einer Seite“, im Bereich „Verhalten“ → „Website Content“ → „Alle Seiten“, auf.

Sie können hier an beiden genannten Beispielen Zeiträume vergleichen, sofern Sie Änderungen an Ihrer Website vorgenommen haben, um die Effektivität der Änderung zu messen.

Wie wird die Sitzungsdauer berechnet?

Die Berechnungsformel lautet: Gesamtdauer aller Sitzungen in Sek. / Anzahl der Sitzungen

Dabei handelt es sich nicht um den Einstieg und das Verlassen einer Seite, sondern die Interaktionen die ein Nutzer durchführt. Das Verlassen einer Website oder das Schließen eines Browsertabs gehören nicht zu einer Interaktion!

Beispiel:

User kommt um 10:45 Uhr über ein Suchergebnis auf Ihre Seite und sieht sich weitere Unterseiten an. Als Letztes liest er einen Blogpost und verlässt die Seite wieder:

  • Einstieg: 10:45 – 10:47 Uhr = 120 Sekunden
  • Unterseiten: 10:47 – 10:50 Uhr = 180 Sekunden
  • lesen Blogpost: 10:50 – 11:00 Uhr = 600 Sekunden

Reell war der Nutzer 900 Sekunden auf Ihrer Website. Jedoch ergibt sich in Google Analytics eine andere Darstellung:

  • Einstieg (Sitzung wird gestartet): 10:45 Uhr
  • Klick auf die Unterseite: 10:47 Uhr
  • Aufruf Ihres Blogpost: 10:50 Uhr

Da der User, nach dem Lesen des Blogpost, Ihre Seite verlässt, wird der Einstieg von Website bis Klick auf den Blogpost gemessen = 300 Sekunden.

Ist eine kurze Sitzungsdauer schlecht?

Wenn der Nutzer mit dem Ergebnis zufrieden war, nein! Angenommen ein User ist „navigierend“ im Netz unterwegs, weil er Ihr lokales Ladengeschäft besuchen möchte und die Adresse benötigt, er surft Ihre Webseite an und verlässt diese kurz darauf wieder.

Es gilt daher auch den Kontext zu verstehen, wonach der Besucher sucht, um eine Beurteilung vollziehen zu können. Daher ist es schwierig zu sagen, dass eine kurze Sitzungsdauer grundsätzlich schlecht ist.

Fazit

Für Websites, die in Ihrer SEO keine klare Conversion auf einer Unterseite bestimmen können, ist das Tracking der Sitzungsdauer eine Metrik um den Wert des Content ggf. bestimmen zu können. Wichtig ist hier jedoch, entsprechende Events auszulösen, sei es anhand von Sekunden oder Scrolltiefen.

WP Scroll Depth Plugin: https://de.wordpress.org/plugins/wp-scroll-depth/

Durchschnittliche Sitzungsdauer: https://support.google.com/analytics/answer/1006253?hl=de