Was ist WDF*IDF?

WDF*IDF ist ein Verfahren der Termgewichtung mittels dessen sich analysieren lässt welche Wortbestandteile, Terme, Begriffe und deren Frequenz in anderen Dokumenten eingesetzt wird. Im Bereich der Suchmaschinenoptimierung (SEO) werden sogenannte WDF*IDF Tools eingesetzt um Redakteuren bei der Erstellung deren Content Anhaltspunkte zu geben, welche Wortbestandteile in Ihrem Text ggf. fehlen oder in der Frequenz erhöht oder gemindert werden sollten. Im Vergleich der damaligen SEO Maßnahmen und deren Keyword Density (Keyworddichte) ist dieses Verfahren deutlich komplexer.

Infografik zum Thema WDF*IDF

WDF-IDF

Infografik zum Begriff „WDF*IDF*

Was bedeutet WDF*IDF?

WDF (Within Document Frequency) beschreibt die Häufigkeit eines Terms (Keyword oder eine Kombination) innerhalb eines Dokuments. Die Berechnung WDF lautet wie folgt:

Die WDF Formel

Abbildung 1: WDF Formel

i = : Keyword

j = : Dokument

L = : Gesamtzahl der Wörter in Dokument j

Freq(i,j) = : Häufigkeit des Keyword i im Dokument j

IDF (Inverse Document Frequency) ist die Häufigkeit eines Keywords in einem Dokument im Verhältnis zur Häufigkeit dieses Keywords auf die anderen bekannten Dokumente. Die Berechnung IDF lautet wie folgt:

IDF Formel

Abbildung 2: IDF Formel

ND = : Anzahl aller betrachteten Dokumente

ft = : Anzahl der Dokumente die Term t enthalten

Beide Formeln miteinander multipliziert ergeben die relative Termgewichtung eines Dokuments im Verhältnis zu allen potentiellen möglichen Dokumente, die das gleiche Keyword enthalten.

Die Logik hinter WDF*IDF

Wenn Sie einen Text über „die Hochzeit“ schreiben, dann verwenden Sie als Experte für diesen Bereich automatisch Begriffe wie Brautpaar, Kutsche, Eheringe, Trauzeugen, u.v.m… Mittels WDF*IDF werden zu einem Suchbegriff wiederum passende Suchbegriffe analysiert und deren Frequenz in Dokumenten dargestellt.

WDF*IDF und SEO

Da Suchmaschinen semantische Zusammenhänge von Begriffen immer mehr verstehen wollen, ist der Einsatz von WDF*IDF im Vergleich zur damaligen Keyword Density (Keyworddichte) vorzuziehen. Gerade in der SEO möchte man einzigartige Inhalte für den Nutzer generieren, die bestmöglich eine ganzheitliche (holistische) Abdeckung besitzen. Es empfiehlt sich den Content nicht nach der „Kurve“ der Tools zu schreiben, sondern sich an den Wortbestandteilen zu orientieren.

WDF*IDF Tools

Unterschiedliche SEO Tool Anbieter, die WDF*IDF Optimierung ermöglichen:

Einen anderen Ansatz und wiederum deutlich komplexer ist das Tool von Thomas Mindnich: https://termlabs.io/

Beispiel einer WDF*IDF Analyse

Im Folgenden ein Beispiel einer WDF*IDF Analyse im Tool SEOlyze. Hierzu wurde der Begriff „Herrenhose“ und die Website Zara.com (mit entsprechender Landingpage) analysiert:

Beispiel einer WDF IDF Analyse

Abbildung 3: Analyse des Begriffs Herrenhose zum Anbieter Zara

Die schwarze Linie ist die analysierte Seite selbst, wohingegen die anderen Balken den durchschnittlichen Wert als auch die maximale Ausprägung darstellen. Im Beispiel erkennen wir das Zara mit dem Wort „Hose“ über dem Durchschnitt liegt, Begriffe wie Schuhe, Taschen oder Shirts aber wiederum über dem Maximum liegen und ggf. als SPAM gewertet werden könnten. Begriffe wie Regular, Stretch, grau usw. fehlen völlig! Sofern dies anhand des Produktsortiments so darstellbar, ist es selbstverständlich in Ordnung und der Content sollte daher auch nicht angepasst werden.

Nachteile bei der Optimierung auf WDF*IDF

  • Bei Onlineverlagen müssen Redakteure schnell Inhalte verfassen und publizieren, eine nachträgliche Optimierung kann jedoch Sinn machen.
  • Kurzer Content, z.b. Produktbeschreibungen, kann das Ergebnis ggf. verfälschen, ggf. aber auch keinen Sinn machen da andernfalls durch zu langem Content die Conversion Rate leidet.
  • WDF*IDF Tools müssen die gesamte Anzahl aller Dokumente kennen um exakte Ergebnisse zu liefern.
  • Die Rankings in den Google SERPs ändern sich, somit ist auch eine stetige Anpassung notwendig, da sich die meisten Tools auf die Top10-20 Rankings zu einem Keyword fokussieren.
  • Starker Fokus auf die Ergebnisse erweitert nicht Ihre eigentlichen Inhalte, sondern Sie verfassen diese gleichermaßen Ihren Mitbewerbern.

Fazit

WDF*IDF ist im Vergleich zur damaligen Optimierung auf Keyword Dichte eine deutlich bessere Methode! Sehen Sie den Einsatz der Tools und deren Ergebnisse als Empfehlung für Wortbestandteile an, anstatt Inhalte nach deren „Kurven“ zu texten. Weiterhin beschränken Sie sich ggf. auf die gleichen Inhalte wie Ihre Mitbewerber in den Top10, wohingegen Suchmaschinen sich wiederum mehr Inhalt wünschen.

WDF*IDF im Einsatz aus der Sicht eines Journalisten und Autor: https://www.contentman.de/redaktionelles-arbeiten/was-an-wdfidf-ein-segen-und-was-ein-missverstaendnis-ist/