Was ist ein Canonical Tag?

Das HTML Element „Canonical Tag“ wird im Header einer Website eingesetzt und verweist auf den originalen Inhalt einer Seite. Mittels „rel=canonical“ wird somit die kanonische Original-URL bestimmt. Dieses Tag wird seitens Google seit 2009 unterstützt und dient der Vermeidung von Duplicate Content. Die Ursprungsseite wird auch „Kanonische“ Seite genannt. Der Google Crawler erkennt somit das Original, wird diesem den sogenannten Pagerank zuschreiben und entsprechend in den Google Serps ranken. Doppelte URLs werden seitens Google seltener gecrawlt. Sofern kein Canonical Tag hinterlegt ist, trifft Google die Auswahl oder betrachtet beide URLs als gleichwertig.

Canonical Tag in einem Video erklärt


In diesem Video erklären wir den Einsatz des Canonical Tag

Infografik zum Begriff Canonical Tag

Canonical-Tag

Infografik zum Begriff „Canonical Tag“

Wann wird ein Canonical Tag eingesetzt?

Wenn Sie beispielsweise in Ihrem Onlineshop Filtermöglichkeiten haben, so generiert das Shopsystem oftmals mehrere URLs für dieselbe Seite, z.B.:

„ihrshop.de/damenkleider“ oder
„ihrshop.de/damenkleider/_schwarz_groesse-32/?upper_material=baumwolle“

Sofern Ihre Website mittels http: oder https: erreichbar ist, verschiedene Sprachversionen besitzt (z.B. in der D-A-CH Region) oder eine mobile Version Ihrer Homepage existiert:

https://ihrshop123.de/damenkleider/

https://mobil.ihrshop123.de/damenkleider/

Weitere Einsatzmöglichkeiten für das Canonical Tag:

  • Sitzungs-IDs: https://ihrshop123.de/damenkleider/cocktail?gclid=abc
  • Blogs, welche bei Zuordnung eines Artikels in mehreren Kategorien verschiedene URLs generieren:
    https://ihrshop123.de/blog/damenkleider/tolles-sommerkleid/https://ihrshop123.de/blog/damenkleider/sommermode/sommerkleid/
  • Inhalte in verschiedenen Formaten, z.B. html, pdf
  • Pressemitteilungen, die auch auf Ihrer Website abrufbar sind
  • Posten von Gastbeiträgen auf anderen Domains, das sogenannte Cross-Domain Canonical, d.h. der Gastartikel verweist mittels Canonical auf Ihre URL

Wie setze ich das Canonical Tag ein?

Implementierung in einer HTML Website:

Im Head Bereich (<head>) des HTML Dokuments wird das Tag entsprechend eingesetzt, Beispiel:

Original: http://www.ihrshop123.de/ichbindasOriginal/

Kopie: http://www.ihrshop123.de/ichbindieKopie/

In der „Kopie“ wird das Tag wie folgt eingesetzt: <link rel=“canonical“ href=“http://www.ihrshop123.de/ichbindasOriginal/“/>

Google rät hier zur Verwendung absoluter URLs!

Implementierung des Canonical Tags in PDF Dateien

Sofern Ihre Artikel druckbar sind oder Sie Ratgeber zum Download anbieten, empfiehlt es sich auch hier ein Canonical Tag in den PDF Dokumenten zu implementieren. Das Tag sieht hierbei wie folgt aus:

Link: <http://www.ihrshop123.de/ichbindasOriginal/>; rel=“canonical“

Dieses wird mittels des HTTP Headers übergeben.

Welche Fehler gibt es bei der Einbindung von Canonical Tags?

Bei der Einbindung von Canonical Tags in eine Website sind diverse Fehler möglich. Wer sie begeht, verfehlt den Zweck, für die Canonical Tags in Internetseiten eingebaut werden. Passt man nicht auf, hat man beispielsweise eventuell plötzlich zwei Canonical Tags im Header seiner Internetseite.

Das kann geschehen, wenn ein Content-Management-System solch einen Tag automatisch produziert und man in einem SEO-Zusatzprogramm manuell einen weiteren Canonical Tag setzt. Wenn Google zwei Canonical Tags entdeckt, behandelt der Crawler das so, als wäre gar kein Canonical Tag vorhanden.

Ebenfalls nicht empfehlenswert: Bei Paginierungen ab Seite 2 einen Canonical Tag zu setzen, der auf Seite 1 verweist. Paginierungen werden zum Beispiel bisweilen bei langen Texten genutzt, um sie auf mehrere Seiten aufzuteilen. Der Canonical Tag benachrichtigt Google darüber, dass der Inhalt der Seiten 2, 3 … dem der Seite 1 stark ähnelt, was ja gar nicht der Fall ist. Die Folgeseiten würden durch den Canonical Tag für Google unsichtbar.

Weitere Fehler: den Canonical Tag im Body des HTML-Codes unterzubringen oder ihn auf Seiten zu setzen, die den Tag „nofollow“ oder „noindex“ erhalten. Dann verweisen die Seiten mit dem Canonical Tag auf eine Seite, die von Google ebenfalls nur eingeschränkt oder gar nicht berücksichtigt wird. Canonical Tags wirken auch dann nicht, wenn sie als kanonische URL eine Internetadresse nennen, die ins Leere führt (Fehlerseite).

  • Sofern mehrere Canonicals in einem Quelltext verwendet werden, wird Google diese entsprechend ignorieren, die URLs aber indexieren.
  • HTML Tags wie „nofollow“, „noindex“ oder „disalow“ (in der robots.txt) können die Funktionalität beeinträchten.
  • Die Einbindung des Canonical Tag im <head> nicht <body> durchführen.
  • Bei Paginierungen verweist die Paginierte Seite auf die erste Seite, was wiederum dazu führt, dass weitere Seiten Duplikate sind. Vermeiden Sie das Canonical Tag bei paginierten Seiten.
  • Verweise auf nicht mehr existente URL oder Datei z.b. index.php statt index.html.
  • Fehler in Verweisen (Link) zu einer Seite oder URL, z.b. durch http statt https.

Kann ein Canonical Tag auf sich selbst verweisen?

Ein Canonical Tag im Header-Bereich einer Internetseite dient dazu, Google auf einer Seite darüber zu informieren, dass der Inhalt bereits auf einer anderen Seite existiert. Und dass verlinkte Seite das Original ist. Die Internetadresse dieses Originals bezeichnet man auch als kanonische URL. Durch den Canonical Tag entgeht man einerseits dem Risiko, dass Google verbotenen Duplicate Content annimmt und mindestens eine der Seiten mit gleichem Content abstraft. Andererseits macht man der Suchmaschine deutlich, welche der Seiten als Original indexiert werden soll, damit sie bei passenden Suchanfragen in der Ergebnisliste möglichst weit vorne auftaucht.

Ein Canonical Tag kann auch auf sich selbst verweisen: Dann informiert es Google auf der Seite X darüber, dass diese Seite X das Original ist. Ob das sinnvoll ist, wird jedoch kontrovers diskutiert.

Wie kann man Canonical Tag prüfen?

Canonical Tags kann man prüfen, indem man sich den HTML-Code im Header der Internetseite anschaut. Ein Canonical-Tag hat die folgende Form:
<link rel=“canonical“ href=“http://www.ihrshop123.de/ichbindasOriginal/“/>
Wichtig ist die Prüfung, ob überhaupt ein Canonical Tag vorhanden ist. Mittlerweile geht die Tendenz bei Website-Projekten dahin, auf jeder Internetseite einen Canonical zu setzen. Handelt es sich um eine Seite mit originalem Content, verweist er auf die Seite, in deren Header er integriert wurde. Mehr als ein Canonical Tag darf sich allerdings nicht auf einer Seite befinden.

Ebenfalls wichtig ist die Prüfung, welche URL in den Canonical Tag integriert wurde. Verweist der Tag auf die falsche Seite oder aufgrund eines Schreibfehlers sogar auf gar keine existierende Internetseite, kann das fürs Ranking negative Folgen haben. Neben der manuellen Prüfung kann man Tools einsetzen, die die Arbeit beschleunigen.

Wie Canonical Tag in WordPress einbinden?

In WordPress wird für jede erzeugte Seite automatisch ein Canonical Tag erzeugt, der auf die jeweilige Seite und damit auf sich selbst erweist. Ist das nicht erwünscht, können Zusatzprogramme (Plugins) wie Yoast SEO, Rank Math SEO oder All-In-One SEO WordPress-Nutzern dabei helfen, einen anderen Canonical Tag in eine Internetseite einzubinden.
Bei den drei genannten Zusatzprogrammen gibt man die jeweils passende kanonische URL in den erweiterten Einstellungen ein. Fertig. Alternativ haben Sie mit einem passenden Plugin die Gelegenheit, die Head-Tags Ihrer Seite zu verändern und dort folgenden Code einzugeben:
<link rel=“canonical“ href=“http://www.ihrshop123.de/ichbindasOriginal/“/>
Der letzte Teil (http://www.ihrshop123.de/ichbindasOriginal/) muss dabei natürlich durch die URL Ihrer Originalseite ersetzt werden.

Canonical Tag für Shopware

In einem Onlineshopsystem wie Shopware kann es ohne Canonical Tag sehr schnell dazu kommen, dass eine Suchmaschine Inhalte als Duplicate Content einstuft. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn ein Produkt in mehreren Kategorien aufgelistet ist (z.B. Hosen und Jeans) oder wenn es das Produkt in mehreren Varianten gibt. Beispielsweise in unterschiedlichen Größen oder Farben. Die URL verändert sich in diesen Fällen, während die Seiteninhalte weitgehend gleich bleiben.

Um bei einem Shopware-Shop einen Canonical Tag für Produktseiten zu setzen, bei denen sich die Inhalte nur minimal unterscheiden, gibt es kostenpflichtige Erweiterungen wie „Canonical Link für Artikel“. Man findet solche Erweiterungen auf https://store.shopware.com, indem man in die seiteninterne Suchmaschine Canonical Tag eingibt.

Canonical Tag in Joomla einbinden

Joomla ist ein weiteres bekanntes Content-Management-System. Es ist ein plattformübergreifendes Open-Source-Projekt und kam erstmals im August 2005 heraus. Im August 2021 gab es die Version 4.0.2. Joomla hat zwar ein Plugin mit dem Namen „System SEF“ für suchmaschinenfreundliche URLs (SEF = Abkürzung für das englische Search Engine Friendly). „System SEF“ besitzt auch eingeschränkte Canonical-Tag-Funktionen. Aber wirklich weiter kommt man erst mit einem von diversen anderen Erweiterungen und Zusatzprogrammen, wenn man einen passenden Canonical Tag in eine Internetseite einbinden möchte.

Beispiele für geeignete Zusatzprogramme sind auf der Seite https://extensions.joomla.org/ die kostenpflichtigen Varianten Canonical Links All in One und Canonical URL. Beispiele für kostenfreie Varianten sind Aimy Canonical und Custom Canonical.

Canonical Tag in Typo3 einbinden

Die Wurzeln des Content-Management-Systems Typo3 reichen zurück bis ins Jahr 2001. Seit Oktober 2012 wird die freie Software als TYPO3 CMS bezeichnet. Typo3 setzt einen auf die jeweilige Seite selbst verweisenden Canonical Tag, wenn man nichts anderes eingibt. Nutzer können aber vorgefertigte TypoScripts nutzen, um einen anderen Canonical-Tag in den Header einer Internetseite mit Typo3 einzubinden.

Und natürlich kann man auch bei Typo3 Erweiterungen installieren, die einen dabei unterstützen, gegebenenfalls den richtigen Canonical Tag zu setzen. Zu diesen Erweiterungen gehören Meta SEO und Yoast SEO, die beide auch für andere CMS wie beispielsweise WordPress verfügbar sind.

Welche Tools zum Canonical-Tag-Check gibt es?

Seitenbetreiber sollten hin und wieder prüfen, auf welchen Seiten ihres Internetauftritts sich welche Canonical Tags befinden. Schließlich sollen die Tags ja beispielsweise verhindern, dass Google zwei Seiten aufgrund eines sehr ähnlichen Inhalts abstraft. Alternativ kann es geschehen, dass mehrere Seiten gleichen Inhalts so von Google indexiert werden, dass sie sich beim Google-Ranking gegenseitig negativ beeinflussen. Checken kann man die Präsenz von Canonical Tags auf einer Website mit verschiedenen Tools. Zu ihnen gehört beispielsweise der kostenfreie Screaming Frog SEO-Spider. Er kontrolliert nicht nur die Canonical Tags auf der Website, sondern hat viele weitere Funktionen. So erhält man unter anderem Informationen über ein- und ausgehende sowie nicht mehr funktionierende Links.

Muss das Canonical Tag auf jeder Seite eingebunden sein?

Es muss nicht unbedingt Nachteile haben, wenn man keine Canonical Tags auf Internetseiten einbindet, deren Content keinem von anderen Seiten gleicht.

Allerdings tendiert Google auch bei derartigen Internetseiten zu einem „ja“ bei der Frage, ob ein Canonical Tag gesetzt werden soll oder nicht. Bei einer Seite mit einmaligem Content verweist der Canonical Tag dann auf die Seite selbst. Dagegen führt der Verweis bei Seiten, die sich nur unwesentlich von einer anderen, kanonischen URL unterscheiden, zu dieser URL. Mit einem Canonical Tag auf JEDER Seite erhält Google auch auf JEDER Seite den Hinweis, welche Seite der Crawler indexieren soll. Man geht also quasi auf Nummer Sicher.

Canonical Tag oder 301-Weiterleitung, um Duplikate Content zu vermeiden?

Ein Canonical Tag und eine 301-Weiterleitung bewirken unterschiedliche Dinge auf einer Internetseite. Der Canonical Tag teilt dem Google-Crawler mit, dass der Inhalt der Seite sich (fast) identisch auch auf einer anderen Seite befindet und dass diese andere Seite indexiert werden soll. Er führt den Nutzer selbst aber NICHT auf diese andere Seite.

Genau das macht aber die 301-Weiterleitung. Sie ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn die Besucher einer alten Domain auf eine neue umgeleitet werden sollen. Natürlich kann auch das gegen Duplicate Content helfen, wenn der Content der alten URL jetzt auf der neuen erreichbar ist. Sollen aber zwei Seiten mit einem ähnlichen oder gleichen Inhalt beide ansteuerbar bleiben, eignet sich der Canonical Tag als Instrument, damit Google die Inhalte der beiden Seiten nicht als Duplicate Content wertet. Die 301-Weiterleitung ist in diesem Fall nicht die richtige Wahl.

Was passiert, wenn der Canonical Tag fehlt?

Im besten Fall passiert gar nichts Schlimmes, wenn ein Canonical Tag fehlt. Zwar wird er auch für Internetseiten empfohlen, deren einmaliger Content die Gefahr sehr gering macht, dass Google sie als Plagiat einer anderen Seite einstuft. Aber gewisse Risiken können selbst dann nicht ausgeschlossen werden. Fehlt ein Canonical Tag auf einer Seite, deren Inhalt der einer anderen Seite gleicht, wird die Sache auf jeden Fall problematischer.

Google wird bei zwei oder mehreren Seiten mit einem gleichen oder sehr ähnlichen Inhalt selbst entscheiden, wie der Fall zu handhaben ist. Möglicherweise straft die Suchmaschine eine oder alle Seiten ab. Alternativ werden die Seiten mit sehr ähnlichem Inhalt indexiert und stehen sich gegenseitig im Wege, wenn es um gute Rankings geht. Und das wäre ebenfalls nicht gut.

Fazit für den Einsatz in Ihrer SEO

Der Einsatz von Canonical Tags Attribut ist in Ihrer SEO Strategie wichtig, jedoch ist hier anzumerken, dass ein falscher Einsatz des Tags auch zu Problemen für Ihr Suchmaschinenranking führen kann. Es ist ratsam dieses Tag für die Vermeidung von Duplicate Content einzusetzen um Suchmaschinen klar zu zeigen, welcher Inhalt das Original ist.

Google zum Canonical Tag: https://support.google.com/webmasters/answer/139066?hl=de

Hangout mit John Müller zum Thema Canonical in Verbindung mit Noindex: https://seo-portal.de/google-webmaster-hangout-vom-04-06-2015/#Canonical-Tag-vs-Noindex-Tag